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Neue
Deutsch-Französische Jahrbücher

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LOUIS ALTHUSSER


MARX IN SEINEN GRENZEN
und andere Texte

Jahr

2023

Seiten

293

Größe in cm
16 x 24               

Preis in €

26

ISBN

978-3-949153-05-1

Aus dem Französischen von Julien Veh und Jan Philipp Weise

Mit einem Nachwort der Übersetzer

»Die Tatsache, dass es im Klassenkampf um den Staat geht, bedeutet keineswegs, dass die Politik sich über den Bezug zum Staat zu definieren hat.«

andere Texte:

Vortrag über die Diktatur des Proletariats in Barcelona (1976)

Marxismus heute (1978)

Über das marxistische Denken (1982)

​Louis Althusser ist hierzulande vor allem für seine sogenannte epistemologische Marx-Lektüre in Für Marx und Das Kapital lesen bekannt, die rigoros zwischen einem idealistischen jungen und einem materialistischen reifen Marx unterscheidet. Dabei wurde jedoch kaum zur Kenntnis genommen, dass Althusser selbst seine philosophischen Arbeiten fast durchgängig auch als politische Interventionen innerhalb der Kommunistischen Partei verstand, der er den größten Teil seines Lebens angehörte. Sein Verhältnis zur Partei wurde allerdings im Laufe der 1970er Jahre immer spannungsvoller angesichts ihrer Unfähigkeit, eine Politik ausgehend von den neuen Massenbewegungen zu formulieren.

Davon zeugen auch die hier versammelten Texte, die es unternehmen, die Ende der 1970er Jahre ausgerufene Krise des Marxismus auf dessen innere Grenzen zurückführen, um ausgehend davon neue politische Wege zu eröffnen: Der Marxismus verfügt weder über eine Theorie des Staates noch der Politik, die wir gerade dann in ihrer Eigenständigkeit denken müssen, wenn wir dem Staat-Werden der Partei in der Sowjetunion und jeder juridisch-ideologischen Reduktion der Politik etwas entgegensetzen wollen. Damit greift Althusser in die Diskussion ein, die Ende der 1970er Jahre unter Mitgliedern westeuropäischer Kommunistischer Parteien um die Frage nach der »Diktatur des Proletariats« entbrannte. In dem Abschied von der »Diktatur des Proletariats«, den die »eurokommunistischen « Parteien damals vollziehen, erkennt Althusser mitnichten deren Demokratisierungs- und Öffnungsbestreben. Statt einem Ende des Stalinismus bedeutet dieser Abschied eine Fortsetzung des Stalinismus mit anderen Mitteln, weil dadurch den politischen Initiativen der Massen eine Absage erteilt wird.
 

Im Kontext genau dieser politischen Auseinandersetzungen steht auch das Fragment gebliebene Werk Marx in seinen Grenzen, in dem er erneut Das Kapital und andere marxistische Klassiker liest, um ein anderes Denken von Ideologie, Partei, Staat und Politik zu entwickeln. Anstatt Marx, wie in Althussers kanonischen Werken, ideell vervollständigen zu wollen, stellt er damit die direkte Frage nach dessen Grenzen: Was an seinem Denken ist noch immer aktuell, was unverstanden und was ungedacht geblieben? Erst ein solcher Grenzgang des Marx’schen Denkens erlaubt, so Althusser, eine historische Bilanz des Marxismus zu ziehen, auf deren Grundlage die Politik neu entworfen werden könnte.

Louis Althusser (*1918-1990) lehrte 1948 bis 1980 an der École normale supérieure in Paris und gilt als einer der bedeutendsten Philosophen der französischen Nachkriegsphilosophie und wichtigsten Neuerer des westlichen Marxismus. Zu seinen Schülern zählen unter anderem Jacques Derrida, Michel Foucault, Pierre Macherey, Étienne Balibar, Jacques Rancière und Alain Badiou. Als Mitglied der kommunistischen Partei Frankreichs seit 1948 verstand er seine philosophischen Arbeiten vorrangig als eine Form politischen Eingreifens in die Linie der Partei, die er nach jahrelangen Konflikten und der Erdrosselung seiner Frau Hélène Rytmann 1980 verließ und sich fortan als »Kommunist ohne Partei« begriff.

Rezensionen:

Armin Puller - Althusser über Marx hinaus (im »Tagebuch«)

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