Neue
Deutsch-Französische Jahrbücher

LOUIS ALTHUSSER
MACHIAVELLI UND WIR
Jahr
2026
Seiten
200
Größe in cm
16 x 24
Preis in €
29
ISBN
978-3-949153-10-5
Aus dem Französischen von Ivo Eichhorn und Jan Philipp Weise
Später sollte ich Machiavelli entdecken, der meiner Meinung nach in vielen Punkten weiter gegangen ist als Marx: nämlich indem er versuchte, die Bedingungen des politischen Handelns in seiner Reinheit zu denken, das heißt in seinem Begriff.
Louis Althusser
Mit kaum einer anderen Figur der Geschichte des politischen Denkens und der Philosophie hat sich Louis Althusser so beharrlich beschäftigt wie mit Niccolò Machiavelli. Seit er dessen Schriften Anfang der sechziger Jahre während eines Aufenthalts in der Romagna zum ersten Mal kennenlernte, haben sie ihn „ergriffen“ und nicht mehr losgelassen. Besonders in Machiavelli und wir, einem Text, an dem Althusser seit den frühen siebziger Jahren immer wieder arbeitete, bündelt sich diese langjährige Auseinandersetzung. Althusser sucht in der Auseinandersetzung mit Machiavelli nach theoretischen Mitteln, um jene Fragen, Lücken und Grenzen des Marxismus anzugehen, die ihn sein Leben lang beschäftigt haben: Welche Konzeptionen von Politik, Staat und Ideologie braucht der Marxismus, um lebendig aus der Krise zu kommen? Lassen sich diese tatsächlich bei dem frühneuzeitlichen Florentiner finden?
Seit seiner posthumen Veröffentlichung im Jahr 1995 steht Machiavelli und wir im Zentrum der internationalen Althusser-Rezeption. Dieser Band macht den Text, zusammen mit weiteren Arbeiten Althussers zu Machiavelli, nun endlich für ein deutschsprachiges Publikum zugänglich.
Louis Althusser (*1918-1990) lehrte 1948 bis 1980 an der École normale supérieure in Paris und gilt als einer der bedeutendsten Philosophen der französischen Nachkriegsphilosophie und wichtigsten Neuerer des westlichen Marxismus. Zu seinen Schülern zählen unter anderem Jacques Derrida, Michel Foucault, Pierre Macherey, Étienne Balibar, Jacques Rancière und Alain Badiou. Als Mitglied der kommunistischen Partei Frankreichs seit 1948 verstand er seine philosophischen Arbeiten vorrangig als eine Form politischen Eingreifens in die Linie der Partei, die er nach jahrelangen Konflikten und der Erdrosselung seiner Frau Hélène Rytmann 1980 verließ und sich fortan als »Kommunist ohne Partei« begriff.
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