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Louis Althusser - Marx in seinen Grenzen

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Produktbeschreibung

Louis Althusser ist hierzulande vorwiegend für seine »epistemologische« Marx-Lektüre aus Für Marx und Das Kapital lesen bekannt. Kaum beachtet wurde dabei jedoch die Tatsache, dass Althusser selbst seine philo sophischen Arbeiten durchgängig auch als politische Interventionen gegenüber der Linie der Kommunistischen Partei verstand, der er den größten Teil seines Lebens angehörte. Im Lauf e der 1970er Jahre wurde sein Verhältnis zur Partei immer spannungsvoller angesichts ihrer Unfähigkeit, eine Politik ausgehend von den neuen Massenbewegungen zu formulieren und eine Distanz zum politischen ideologischen Staatsapparat aufrechtzuerhalten.

In den hier versammelten Texten greift Althusser direkt in die Diskussion ein, die Ende der 1970er Jahre unter Mitgliedern westeuropäischer Kommunistischer Parteien nach dem Abschied von der »Diktatur des Proletariats« durch die PCF entbrannt war. Die in diesem Zuge von der PCF verkündete Strategie eines nichtsowjetischen, »demokratischen Weges zum Sozialismus« wies Althusser als fehl geleitet zurück und sah in ihr vielmehr den Ausdruck einer tiefgreifenden politischen und zugleich theoretischen »Krise des Marxismus«: weder verfügt dieser über eine Theorie des Staates noch der Politik, die wir gerade dann in ihrer Spezifität denken müssen, wenn wir dem Staat-Werden der Partei in der Sowjetunion und jeder juridisch-ideologischen Reduktion der Politik etwas entgegensetzen wollen. Wenn sich die Politiken der kommunistischen Parteien sowohl in ihrer organisatorischen Form als auch in ihren Programmen ausschließlich am Staat orientieren, läuft dies darauf hinaus, den politischen Initiativen und Erfindungen der Massen eine Absage zu erteilen und damit gerade das zu hintergehen, wofür der Marxismus als solcher steht: die Verei nigung von marxistischer Theorie und Arbeiterinnenbewegung.

Louis Althusser (*1918-1990) lehrte 1948 bis 1980 an der École normale supérieure in Paris und gilt als einer der bedeutendsten Philosophen der französischen Nachkriegsphilosophie und wichtigsten Neuerer des westlichen Marxismus. Zu seinen Schülern zählen unter anderem Jacques Derrida, Michel Foucault, Pierre Macherey, Étienne Balibar, Jacques Rancière und Alain Badiou. Als Mitglied der kommunistischen Partei Frankreichs seit 1948 verstand er seine philosophischen Arbeiten vorrangig als eine Form politischen Eingreifens in die Linie der Partei, die er nach jahrelangen Konflikten und der Erdrosselung seiner Frau Hélène Rytmann 1980 verließ und sich fortan als »Kommunist ohne Partei« begriff.

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